Die Pekinger Zentralachse ist die prägende Nord-Süd-Linie der Stadt, die sich vom Yongding-Tor im Süden bis zu den Glocken- und Trommeltürmen im Norden erstreckt. Sie ist nicht nur eine urbane Verkehrsader, sondern ein lebendiges Zeugnis der chinesischen Stadtplanung und Kaiserlichen Geschichte. Seit Jahrhunderten erzählen die Wahrzeichen entlang dieser Linie die Geschichte Pekings und machen diese Route für jeden Besucher unverzichtbar.
Yongdingmen
Als Ausgangspunkt der alten Zentralachse war das Yongding-Tor das Haupttor der Pekinger Außenstadt während der Ming- und Qing-Dynastie – das prächtigste der sieben äußeren Tore und Symbol für „ewigen Frieden“. Der wiederhergestellte Torturm steht am Rand des Platzes, seine doppelten Dachtraufen heben sich scharf gegen den Himmel ab. Unten spielen Kinder, Ältere lassen Drachen steigen, und die lange Geschichte der Stadt verschmilzt mit dem Alltagsleben.


**Adresse:** Yongdingmen Dongbinhe Road 18, Dongcheng Bezirk, Peking
Der Ahnentempel der Landwirtschaft
Weiter nördlich entlang der Achse liegen der Himmelstempel und der Xiannong-Altar einander gegenüber auf der Ost- bzw. Westseite. **Der Xiannong-Altar liegt im Westen und war die kaiserliche Stätte für die Verehrung des Gottes der Landwirtschaft.** Er ist weit weniger überlaufen als die großen Attraktionen, aber nicht weniger beeindruckend. Innerhalb der roten Mauern und unter grünen Ziegeldächern kann man die traditionelle Architektur ruhiger und besinnlicher erkunden.




**Adresse:** Dongjing Road 21, Xicheng Bezirk, Peking (Pekinger Museum für Alte Architektur)
**Eintrittspreis:** Erwachsene 15 Yuan/Person, Studenten 8 Yuan/Person
**Öffnungszeiten:** 9:00–17:00 (letzter Einlass 16:30), montags geschlossen
Himmelstempel
**Der Himmelstempel liegt östlich der Zentralachse und war der Ort, an dem die Kaiser für gute Ernten beteten.** Im Inneren verbindet eine kleinere Nord-Süd-Achse die wichtigsten Stätten: den Rundaltar, die Echomauer, das Kaiserliche Himmelgewölbe und die Halle des Gebets für Gute Ernten. Auf dieser Linie zu wandeln, ist wie das Eintauchen in die Seiten eines Schulbuchs aus Kindertagen.



Als UNESCO-Weltkulturerbe ist der Himmelstempel ein globales Symbol der chinesischen Kultur. Als baumbestandener Park im Stadtzentrum ist er auch ein beliebter Ort für Einheimische, um sich abzukühlen und zu entspannen. In der Nähe gibt es klassische Pekinger Geschmäcker: Nanmen Shuanrou für Kupfertopf-Feuertopf, die berühmte, intensiv riechende Douzhi-Bude nahe Ciqikou, sowie Jinfang Snacks und Zhizi-Grillfleisch – praktisch für eine herzhafte Mittagspause.




**Adresse:** Tiantan Dongli 7, Dongcheng Bezirk
**Ticket:** Einzelticket 15 Yuan, Kombi-Ticket 34 Yuan (Reservierung und Kauf über den offiziellen WeChat-Account „Tiantan“ erforderlich)
**Öffnungszeiten:** 6:00–22:00 Uhr
Qianmen
Die TV-Serie „Unter dem Zhengyang-Tor“ weckte das Interesse am alten Pekinger Leben am Fuß der Kaiserstadt neu. Das echte Zhengyang-Tor – oft „Vordertorturm“ genannt – steht direkt südlich der Verbotenen Stadt. Historisch gesehen vereinte der Komplex Torturm, Pfeilturm und Barbakane zu einem Verteidigungssystem, was ihn zu einem der am besten erhaltenen Stadttor-Ensembles Pekings macht.



Der Torturm und der Pfeilturm stehen am südlichen Ende des Tian‘anmen-Platzes. Unter dem Torturm befindet sich der „Null-Kilometer-Markierungspunkt“, graviert mit den Vier Himmelswächtern, der den symbolischen Mittelpunkt des Pekinger Straßennetzes markiert.
**Adresse:** Qianmen Street 2, Dongcheng Bezirk
**Reservierungsinformationen:** Derzeit ist der Torturm vorübergehend für das Besteigen geschlossen.
Tian‘anmen
Vorbei am Vordertorturm gelangt man auf den Tian‘anmen-Platz. Die Mao-Zedong-Gedächtnishalle liegt im Süden, weiter nördlich sieht man das Denkmal für die Volkshelden, im Osten das Nationalmuseum und im Westen die Große Halle des Volkes. Zusammen umrahmen diese Gebäude die Rolle des Platzes in der modernen chinesischen Geschichte.



Am Nordende des Platzes steht die Tian‘anmen-Tribüne, einst das Haupttor der Kaiserstadt während der Ming- und Qing-Dynastien. Sie hat eine tiefe symbolische Bedeutung für viele Chinesen und wird oft als ein nationales Emblem der Volksrepublik China angesehen. Für unzählige Familien war ein Foto hier schon immer Teil des Pekinger Besuchsrituals.



**Adresse:** Nordseite der Chang‘an-Straße, Dongcheng Bezirk
Für den Eintritt zum Tian‘anmen-Platz sind Sicherheitskontrollen erforderlich. Bitte unbedingt den Personalausweis mitführen und keine Messer oder spitzen Gegenstände mitbringen.
Die Verbotene Stadt
Weiter nördlich erreicht man die Verbotene Stadt, den Kaiserpalast der Ming- und Qing-Dynastien. Wer den Palastmuseum gründlich erkunden möchte, sollte einen ganzen Tag einplanen.



Um den Spaziergang fließend zu gestalten, kann man die Nanchizi-Straße an der Ostseite der Verbotenen Stadt nehmen. Man kann den Palastmauern und dem Burggraben bis zum Eckturm folgen und dabei am Pudu-Tempel und Four Seasons Minfu vorbeikommen. Die weidengesäumten Flussufer machen diesen Weg zu einem angenehmen Nachmittagsspaziergang.


Die Verbotene Stadt im Winter kann besonders eindrucksvoll sein – viele finden, sie wirkt nach einer Schneedecke am „verbotensten“.




**Adresse:** Jingshan Front Street 4, Dongcheng Bezirk
Öffnungszeiten:
Nebensaison (November ~ März) 8:30–16:30
Hauptsaison (April ~ Oktober) 8:30–17:00
Eintrittspreise:
Hauptticket: 60 RMB/Person (Hauptsaison), 40 RMB/Person (Nebensaison)
Schatzkammer-/Uhrengalerie: 10 RMB/Person
Vorab-Reservierung erforderlich über den offiziellen WeChat-Account „Wei Gugong“ oder die offizielle Website des Palastmuseums.
Jingshan-Park
Der Jingshan-Park liegt direkt gegenüber vom Eckturm der Verbotenen Stadt. Einst ein kaiserlicher Garten, ist er heute einer der besten Aussichtspunkte Pekings für den Sonnenuntergang. Steigen Sie zum Wanchun-Pavillon auf für einen vollständigen Blick über den Palast; an klaren Tagen erheben sich moderne Wolkenkratzer hinter den alten Dächern und schaffen eine vielschichtige Stadtsilhouette.



**Adresse:** Jingshan West Street 44, Xicheng Bezirk
**Öffnungszeiten:** 6:00–20:30
**Eintrittsgebühr:** 2 Yuan
Glocken- und Trommelturm
Die Zentralachse endet am Platz der Glocken- und Trommeltürme, einst das offizielle Zeitmesszentrum der Stadt unter den Yuan-, Ming- und Qing-Dynastien. Vom Trommelturm aus kann man zum Wanchun-Pavillon im Jingshan-Park blicken. Im Inneren befindet sich eine restaurierte Nachtwächtertrommel, die einst die Zeit angab. Der nördliche, gemauerte Glockenturm ist derzeit für Besucher geschlossen. Die umliegenden Hutongs sind perfekt für einen gemütlichen Spaziergang nach dem Abendessen, mit steinernen Gassen, die noch immer Pekings Vergangenheit widerhallen lassen.



**Adresse:** Bell and Drum Tower Bay, Dongcheng Bezirk
Öffnungszeiten Trommelturm:
April ~ Dezember: 10:30–17:00
Januar ~ März: 13:30–17:00
**Eintrittsgebühr:** 20 RMB/Person
Die einzigartige Art, die Zentralachse zu erkunden
Das Radfahren entlang der Chang‘an-Allee ist ikonisch, aber die Fahrt auf der Zentralachse ist eine weitere besondere Art, diese Weltkulturerbe-Landschaft zu erleben. Sie vereint alte Pekinger Traditionen, modernes Stadtleben und die tiefe, in der Achse verwurzelte Geschichte. Von Nord nach Süd auf zwei Rädern unterwegs zu sein, gibt einem einen vollständigen, durchgehenden Blick auf das Rückgrat der Stadt.
